Nach dem Frühstück ist ein erster von mehreren Inselrundgängen angesagt, der wegen des sich ständig wechselnden Morgenlichtes und der Ruhe zu Wasser und zu Land - ohne Besuchermassen - besonders genieße.
Mir ergeht es so wie vielen anderen: Ich kann nicht satt werden davon, jede veränderte Landschaftsstimmung mit den Alpen bzw. mit der Herreninsel im Hintergrund digital festzuhalten. Beim Herumstromern auf der Insel genieße ich den Einblick in wunderschöne Hausgärten, lasse mich auf einer der Bänke am Ufer nieder, genieße den Ausblick und treffe auf Gäste zu einem lockeren Gespräch. Nach einem anschließenden Schnupperbesuch des Klosterladens war der Vormittag schnell vergangen. Um 12 Uhr beginnt das Mittagessen mit einem Gebet, das eine Ordensschwester vorträgt. Das Essen ist reichlich und sehr schmackhaft.Nach einer Siesta in meinem bei der derzeitigen Schwüle recht angenehm kühlen Zimmer, lese ich die Zeitung auf der Terrasse vor dem Aufenthaltsraum und mache mich auf dem Weg zum Klosterwirt. Ein Eiskaffee und die vielen Gäste waren jetzt genau das richtige Kühl- und Kontrastmittel für mich.
Nach dem Abendessen nahm ich mir vor, die Ahnengalerie aller bisherigen zig Äbtissinnen im Kreuzgang des Konvents und deren Geschichte etwas genauer anzusehen als nur im Vorbeigehen auf dem Weg in die Kapelle. Ich verweilte bei der 37.sten mit Namen Maria Magdalena, bei der der Name auf dem Porträt nicht mit dem Namen auf der Liste an der Wand gegenüber übereinstimmte. Während ich so dastand und grübelte, kam – wie wenn sie meinen Hilferuf gehört hätte - Schwester Ignatia aus einer Seitentür auf mich zu und gab mir spontan einen interessanten geschichtlichen Abriss über diese für den Orden und die Nachwelt sehr bedeutsame Äbtissin, die den Konvent erfolgreich durch die schreckliche Zeit des 30- jährigen Krieges geführt und vor den herannahenden Schweden bewahrt hatte. Diese standen nämlich schon in Wasserburg und bereiteten sich zum Übersetzen auf die Insel vor. Um ihre Mitschwestern vor den grausamen Angreifern zu bewahren, ließ sie diese rasch auf die Festung Salzburg in Sicherheit bringen. Sie selbst aber blieb wie ein Kapitän auf dem zu sinken drohenden Schiff auf der Insel zurück und vertraute ihr Schicksal im Gebet dem hilfreichen Herzen Jesu an. Und tatsächlich: Schwere Überschwemmungen nach starken Regenfällen und tagelang anhaltender Nebel machten eine zerstörerische Besetzung durch die Schweden unmöglich. Wegen viel zu langer Vorbereitung von Flößen und einhergehender Versorgungsnot mussten sie sich unverrichteter Dinge zurückziehen. Vielleicht stießen sie gerade auch deshalb nie ins Österreichische vor. In jedem Fall aber war das Kloster gerettet. Ein weiterer Verdienst dieser außergewöhnlichen Frau war auch, dass sie über die Zeit ihrer Regentschaft genau Tagebuch führte und somit den begeisterten Historikern detaillierte Geschichtsdokumente






